Handstempel-Provisorien

Aus Markenheftchen

Als Handstempel-Provisorien werden alle MH bezeichnet, deren gedruckte Postgebührenangaben im Zuge einer Portoerhöhung von der Post nachträglich ungültig gemacht wurden. Dies geschah in der Hauptsache durch einen lokal gefertigten Handstempelaufdruck Gebühren ungültig, kam aber auch handschriftlich vor. Hier sind vor allem die Jahre 1966 (Berlin MH) und extensiv die Jahre 1972 und 1974 zu nennen.

Die Handstempel-Provisorien bilden ein Untergebiet der Markenheftchen Philatelie. Obwohl mit dem "Handbuch Markenheftchen "Gebührenangaben ungültig" Bund und Berlin" (2. Auflage 2015) von Ernst Eberlein ein detailliert ausgearbeiteter Katalog vorliegt, ist eine umfassende und abschließende Katalogisierung dieser Ausgaben nicht möglich, weil zunächst ein Auskunftsverbot herrschte und entgegen sonstiger Gepflogenheiten der Deutschen Bundespost entweder diese Maßnahmen nicht dokumentiert wurden oder die Unterlagen heute nicht mehr vorhanden sind.

Übersicht der MH Ausgaben

Portoerhöhung 1965
Bund: MH 7 a, MH 7 b

Portoerhöhung 1966
Berlin: MH 3 a, MH 4 a, MH 4 b

Portoerhöhung 1972
Bund: MH 10, MH 11, MH 12 a, MH 12 b, MH 13 a, MH 13 b, MH 13 c, MH 13 d, MH 13 e, MH 14 a, MH 14 b, MH 14 c, MH 14 d, MH 14 e, MH 14 f, MH 14 g, MH 15, MH 16 a, MH 16 b, MH 17, MH 18 a, MH 18 b

Berlin: MH 4 a, MH 4 b, MH 5 a, MH 5 b, MH 5 c, MH 5 d, MH 6 a, MH 6 b, MH 6 d, MH 7 a, MH 7 b, MH 8 a, MH 8 b

Portoerhöhung 1974
Bund: MH 16 c, MH 16 d, MH 18 b, MH 18 c, MH 19 a, MH 19 b

Wissenswertes

  • Handstempel-Provisorien wurden auf Wunsch der Sammler beim Kauf oft auf dem Markenheftchendeckel mit einem Tagesstempelabdruck versehen. Dies diente zum eindeutigen Nachweis der Abgabestelle und erlaubt eine eindeutige Zuordnung der Handstempelabdrucke. Daher wird eine solche Abstempelung bei Markenheftchen mit "Gebühren ungültig" Schriftzug oder Stempel nicht als wertmindernd angesehen.

Abbildungen